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Blick auf den Markplatz in der Dämmerung
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Stadtarchiv

Das Stadtarchiv befindet sich unter dem Rathausdach, seine Lagerräume erstrecken sich bis in die Keller des Hauses. Als „Gedächtnis der Stadt“ wird alles aufgehoben, was die Stadtgeschichte betrifft. Die Mitarbeiter des Archivs behalten die Übersicht und dokumentieren das Zeitgeschehen.

Das Stadtarchiv bewahrt und sichert die Unterlagen der Stadtverwaltung und stellt sie - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben – der Verwaltung und der wissenschaftlichen, heimatkundlichen und privaten Forschung zur Verfügung. Außerdem verwahrt das Stadtarchiv nichtamtliches Schrift- und Sammlungsgut von bleibendem Wert für die Geschichte der Stadt, unter anderem Fotos, Plakate und Filme. An privaten Nachlässen ist das Archiv stets interessiert.

Darüber hinaus trägt das Stadtarchiv im Rahmen der historischen Bildungsarbeit mit eigenen Ausstellungen und Publikationen zur Vermittlung der Stadtgeschichte bei.

Interessantes zum Stadtarchiv

Montag, Mittwoch, Donnerstag: 8-12 Uhr
Donnerstag: 14-17.30 Uhr
Die Archivordnung finden Sie hier als PDF-Dokument

Archivordnung | PDF
Es handelt sich hier um das Archiv einer erst 400 Jahre alten Stadt, mittelalterliche Urkunden kann es nicht geben. Aber es wäre zu erwarten, dass die Bestände die so junge Stadtgeschichte lückenlos abdecken!

Doch durch die Zerstörung der Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs fehlen manche wichtige Eckpfeiler der historischen Überlieferung im Freudenstädter Stadtarchiv. Nur die zuvor in einen Keller gebrachten Unterlagen konnten den Flammen entgehen. Andererseits entstanden nach dem Krieg sehr wertvolle Bestände wie die Wiederaufbaupläne aus den Jahren 1945 –1954.

Die Verluste des Stadtarchivs wurden teilweise durch das intensive Sammeln von Ersatzüberlieferungen ausgeglichen. So verfügt das Archiv über wertvolle, bereits seit vielen Jahrzehnten geführte Sammlungen. Zum Beispiel ist aus der genealogischen Sammlung das Ortssippenbuch Freudenstadt erstanden, ein wertvolles Hilfsmittel für die Familienforschung.

Die Bestände des Freudenstädter Stadtarchivs umfassen vor allem:

  • Amtsbücher seit dem 17. Jahrhundert
  • Akten und Urkunden seit der Stadtgründung  1599
  • Umfangreicher Bestand an Karten und Plänen
  • Archiv des Gesamtbestands der Freudenstädter Heimatblätter
  • Lokale (Tages)Zeitungen seit 1828, unter anderem „Der Grenzer“ 1847-1973, die vollständigste Reihe im Landkreis Freudenstadt
  • Sammlungen: Fotografien und Ansichtskarten von Freudenstadt und den Stadtteilen ab dem 19. Jahrhundert, ortsgeschichtliche und genealogische Sammlungen
  • Umfangreiche Bibliothek zur Landes- und Ortsgeschichte

Kurze Beständeübersicht | PDF
Das Stadtarchiv Freudenstadt steht für jedermann zur Benutzung offen.
Wer sich für die Geschichte der Stadt interessiert, kann alle gewünschten Unterlagen in den Räumen des Archivs einsehen. Einschränkungen gibt es nur bei gefährdeten Originalen oder aufgrund archivrechtlicher Sperrfristen.

Gerne können Sie sich mit Anfragen an die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs wenden.

Zur sofortigen Benutzung stehen bereit
  • Findbücher der verzeichneten Archivbestände
  • Zeitungsausschnittsammlung
  • Bildkartei
  • Ortssippenbücher von Freudenstadt, den Stadtteilen und einigen Kreisorten
  • Adressbücher ab 1902
  • Präsenzbibliothek
  • Sonstige Sammlungen

Bei einer Veröffentlichung, die auf Quellenmaterial des Stadtarchivs beruht, wird das Stadtarchiv als Fundort angegeben (Zitierweise bitte vor Ort anfragen) und das Archiv erhält ein kostenloses Belegexemplar. Die Sammlung dieser Schriften ist ein wichtiger Teil der gut geführten Präsenzbibliothek.

Seit der Einführung des staatlichen Personenstandswesens in Deutschland (in Württemberg und Baden 1876) wird jede Geburt, jede Heirat und jeder Sterbefall in entsprechenden Personenstandsbüchern registriert. Mit Änderung des Personenstandsgesetzes zum 1. Januar 2009 wurde beschlossen, die papierenen Register zu schließen und elektronische einzuführen. Die geschlossen Personenstandsregister werden nach und nach an das Archiv übergeben.

Es gelten folgende Fristen:
  • Geburtenregister 110 Jahre
  • Heiratsregister 80 Jahre
  • Sterberegister 30 Jahre
 
Übernommen wurden folgende Jahrgänge:
  • Geburtenbücher: 1876 – 1904
  • Heiratsbücher: 1876 – 1934
  • Sterbebücher: 1876 – 1984
  • Familienregister

Das Stadtarchiv

verwahrt nun die Personenstandsunterlagen sowohl der Stadt Freudenstadt als auch der Ortsteile Dietersweiler, Grüntal/Frutenhof, Igelsberg, Musbach, Wittlensweiler und Kniebis und erteilt daraus Auskünfte. Weitere Unterlagen zum Kniebis finden Sie in Baiersbronn.
 
Seit November 2008 ist das Standesamt Bad Rippoldsau-Schapbach in das Standesamt Freudenstadt integriert. Die archivwürdigen Register von Rippoldsau, Schapbach und badischer Kniebis befinden sich in der Gemeindeverwaltung in Schapbach.
 
Gebühren für Kopien (gestaffelt nach Größe und Menge) und Beglaubigungen (4 Euro pro Seite) werden gemäß der Verwaltungskostensatzung der Stadt Freudenstadt berechnet. Die Gebühren des Standesamts Freudenstadt finden keine Anwendung.
 
Für Auskünfte und Beurkundungen aus den mit Sperrfristen belegten Person-enstandsregistern ist weiterhin das Standesamt Freudenstadt zuständig.
 
Auskünfte zu Personenstandsfällen vor 1876 (Kirchenbücher) erteilt das Evangelische Landeskirchenarchiv Stuttgart (Telefon 0711/2149-373, Mail: archiv@elk-wue.de) und das katholische Diözesanarchiv Rottenburg (Telefon 07472 / 169-254).

Stand: Februar 2015

HEINRICH SCHICKHARDT (1558-1635) , BAUMEISTER VON FREUDENSTADT

1598 erließ Herzog Friedrich I. von Württemberg eine Bergordnung, in der er unter anderem den Bau einer neuen Stadt ob St. Christophstal mit Kirche, Markt, Gewerbebetrieben und Stadtmauer versprach. Die Idee dazu hatte er wohl schon früher, denn 1597 erteilte er seinem herzoglichen Baumeister Heinrich Schickhardt den Auftrag, die ersten Pläne zu entwerfen. Erst nach mehreren Entwürfen war der Herzog zufrieden und am 1. April -oder nach alter Zeitrechnung am 22. März- 1599 steckte Schickhardt im Beisein seines Landesherrn die Hauptlinien der neuen Stadt ab. Die Arbeiten an der nach Plänen Heinrich Schickhardts zu bauende Stadtkirche begannen 1601, die an dem zweiten herrschaftlichem Gebäude, dem Kaufhaus (heute Schickhardtbau genannt) ein Jahr später. Inmitten des großen Platzes sollte nach dem Willen des Herzogs ein Schloss stehen, um seinen Herrschaftsanspruch zu verdeutlichen. Doch 1608 verstarb Herzog Friedrich ganz plötzlich und das Schloss wurde nie realisiert.

Während der Bauzeit der Stadt war Schickhardt meist nicht selbst vor Ort. Er betreute zur gleichen Zeit noch einige weitere Projekte und kam daher nur ab und an zur Baustelle, um nach dem Rechten zu sehen. Auch ging er zwischendurch mit seinem Landesherrn auf gleich zwei Italienreisen: einmal vom 18. Januar bis Anfang April 1598 und dann nochmals vom 13. November 1599 bis 17. Mai 1600. Die auf diesen Reisen gewonnen Inspirationen setze er gleich um (zum Beispiel die Arkaden). Nach dem Tod von Herzog Friedrich wurde der Stadtbau nicht mehr groß weitergeführt. 1610 raffte die Pest eine große Anzahl der Einwohner nieder, viele verließen die Stadt. Schickhardt bekam den Auftrag, die Stadt endlich zu befestigen, doch da das Geld fehlte, wurde 1627 ein bescheidener Holzzaun errichtet. Nur fünf Jahre später fiel dieser Zaun neben vielen Gebäuden einem Stadtbrand zum Opfer. Heinrich Schickhardt kam nach Freudenstadt, um das Ausmaß der Zerstörung zu begutachten. Beim Wiederaufbau war er aber dann nicht mehr dabei.

Heinrich Schickhardt war nicht nur als Baumeister tätig. Als Techniker und Ingenieur bekam er vom Herzog Aufträge, Pläne für technische Anlagen und maschinelle Einrichtungen zu fertigen. So zeichnete er zum Beispiel 1611/12 einen Entwurf für eine Drahtziehbank, die dann auch tatsächlich in einer Drahtmühle im Christophstal stand. Auf dem Platz der damaligen Drahtmühle steht heute das Haus Kitzlinger.


Verein „Europäische Kulturstraße Heinrich Schickhardt“

Initiiert von Gerhard Hertel († 2007) wurden schon 1989 erste Gespräche für eine Vereinigung von Schickhardt-Städten (damals nur Montbéliard, Freudendstadt und Herrenberg) aufgenommen, um an das Werk des Renaissancearchitekten zu erinnern. 1998 wurde schließlich der Verein „Europäische Kulturstraße Heinrich Schickhardt“ gegründet, in dem Freudenstadt seitdem Mitglied ist. 1999 eröffnete man hier in Freudenstadt die „Schickhardt-Straße“.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage
Heinrich-Schickhardt-Kulturstraße

Unser Tipp:


Das Buch "Inventarium Heinrich Schickhardt" (ein Verzeichnis aller seiner Werke, Güter und Besitztümer) ist ab sofort im Buchhandel erhältlich:

Kulturstraße des Europarats Heinrich Schickhardt e.V. (Hrsg.)
Heinrich Schickhardt. Inventarium 1630—1632
664 Seiten, 106 Farbabb., 4 Karten
Format 24 x 30 cm, gebunden, Leinen mit Prägung, Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7650-8616-8

Sehen Sie hier den neuen Schickhardt-Film:




Historische Bildungsarbeit wird im Freudenstädter Stadtarchiv in vielfältiger Weise geleistet:
  • Schulklassen werden gerne durchs Archiv geführt und eingewiesen. Auch sonst bieten wir Ihnen gerne eine Führung an.
  • Seit Jahren führen das Stadt- und das Kreisarchiv gemeinsam große Ausstellungen durch:

Ausstellungsflyer aus dem Jahre 1994    Ausstellungsflyer aus dem Jahre 1995     Ausstellungsflyer aus dem Jahre 1998

 Ausstellungsflyer aus dem Jahre 1999     Ausstellungsflyer aus dem Jahre 2002     Ausstellungsflyer aus dem Jahre 2004  

 Ausstellungsflyer aus dem Jahre 2008     
           
  • Das Stadtarchiv ist eine Anlaufstelle für Heimatforscher, Presse, Rundfunk und
  •   Fernsehen und an ihrer Stadt interessierte Bürger.
  • Enge Zusammenarbeit besteht mit der Freudenstädter Frauengeschichtswerkstatt.




Alles Wissenswerte über das Museum im Stadthaus finden Sie hier
„In diesen Blättern soll all das seinen Platz bekommen, was uns Heimatfreunde und Heimatforscher zu sagen haben. […] Möglichst viele sollen aber auch veranlaßt werden, selber mitzuhelfen an der Erforschung der Heimat“.
(Zitat aus: Was wir wollen, Freudenstädter Heimatblätter, Band 1 Folge 1 1936).

Die „Freudenstädter Heimatblätter“ sind eine heimatkundliche Beilage des Schwarzwälder Boten (früher Schwarzwaldzeitung „Der Grenzer“) und erscheinen seit 1936 unter wechselnden Herausgebern. Momentan ist das der Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt.

Seit 2007 werden sie redaktionell vom Stadt- und vom Kreisarchiv Freudenstadt betreut.

Das Archiv der „Heimatblätter“ befindet sich im Stadtarchiv Freudenstadt. Ein Findbuch für das Auffinden der einzelnen Beiträge steht Ihnen hier zur Verfügung.

Wenn Sie Ihre Arbeiten zur Veröffentlichung anbieten wollen, können Sie sich gerne an das Stadt- oder Kreisarchiv wenden.

Inhaltsverzeichnisse der Heimatblätter im PDF-Format:




Unsere Stadtteilarchive

Das Archiv von Dietersweiler befindet sich im Rathaus.

Hier stehen Archivalien zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Vereinzelt finden sich auch ältere Unterlagen.

Anfragen zur Geschichte von Dietersweiler werden von den Mitarbeiterinnen des  Stadtarchivs gerne beantwortet. Das Archiv ist an alten Fotos und Unterlagen zur Ortsgeschichte stets interessiert.
Das Archiv von Grüntal befindet sich auf dem Dachboden des Rathauses. Hier stehen Archivalien zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Vereinzelt finden sich auch ältere Unterlagen.

Anfragen zur Geschichte von Grüntal-Frutenhof werden von den Mitarbeiterinnen des  Stadtarchivs gerne beantwortet, zum Beispiel kann man anhand der Rekrutierungs-Stammrolle ablesen, welcher männlicher Grüntaler an dem Krieg 1870/71 und am 1. Weltkrieg teilgenommen hat.

Das Archiv ist an alten Fotos und Unterlagen zur Ortsgeschichte stets interessiert.
Das Archiv von Igelsberg befindet sich im Rathaus. Hier stehen Archivalien zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Nur vereinzelt finden sich auch ältere Unterlagen, wie ein „Concessions-Brief“ von 1721. Anfragen zur der Geschichte von Igelsberg werden vom Stadtarchiv gerne beantwortet. Das Archiv ist an alten Fotos und Unterlagen zur Ortsgeschichte interessiert.

Zurzeit wird das Archiv neu aufgestellt.
Die Archive von Ober- und Untermusbach befinden sich in der Verwaltungsstelle in Untermusbach.

Hier stehen Archivalien zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Vereinzelt finden sich auch ältere Unterlagen.

Anfragen zur Geschichte der früher eigenständigen Ortsteile werden von den Mitarbeiterinnen des  Stadtarchivs gerne beantwortet. Das Archiv ist an alten Fotos und Unterlagen zur Ortsgeschichte stets interessiert.
Im Rathaus von Wittlensweiler ist das Archiv über dem Gemeindesaal gelegen. Hier stehen Archivalien aus vier Jahrhunderten. Die älteste „Fleckenrechnung“ stammt von 1611, also noch vor dem 30-jährigen Krieg, dem sonst viele Dokumente zum Opfer fielen. Die durchgängige Überlieferung gibt viele Informationen, die in Freudenstadt selbst nicht mehr vorliegt. Anfragen zur der Geschichte von Wittlensweiler werden vom Stadtarchiv gerne beantwortet. Das Archiv ist an alten Fotos und Unterlagen zur Ortsgeschichte interessiert.

Der große Archivraum beherbergt auch das Privatarchiv des vielfältigen Schriftstellers und Künstlers Wolfgang Altendorf, der seit 1961 in Wittlensweiler gelebt und gearbeitet hat und hier 2007 gestorben ist. Die Frau des Künstlers, Irmeli Altendorf, steht für Anfragen und Archivführungen gerne zur Verfügung.
Die Ortsteile von Freudenstadt sind alle älter als die Stadt selbst. Ihre historischen und manchmal bis zur Eingemeindung 1975 lückenlosen Überlieferungen helfen die geschichtliche Kontinuität zu wahren, die in Freudenstadt selbst verloren ging. Dies ist heute eine wichtige Aufgabe der Rathäuser in den Teilorten, in denen jeweils eigenständige Stadtteilarchive geführt werden. Das Personal des Stadtarchivs betreut auch diese Archive.

Ausnahmen sind die Ortsteile Zwieselberg und Kniebis. Bei der Eingemeindung von Zwieselberg 1926 sind die historischen Unterlagen an die Stadt Freudenstadt übergeben worden und sind nun im Stadtarchiv zu finden. Die frühere politische Dreiteilung des Kniebis hatte auch eine Aufsplitterung der Überlieferung zur Folge. Die Unterlagen der zu Freudenstadt gehörenden Gemeinde sind in den historischen Beständen der Stadt Freudenstadt zu finden, da es keine eigenständige Ortsverwaltung gegeben hat. Akten vom Baiersbronner Teil befinden sich im Gemeindearchiv Baiersbronn und die Unterlagen vom Rippoldsauer Teil sind vor einigen Jahren dem Stadtarchiv übergeben worden.
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