Rosa Maria Paz (KiJuz) und Annika Kälberer haben sich über "Jugendehrenamt wird anerkannt" unterhalten.

Stadtnachricht

„Ehrenamtliches Engagement ist nicht schwer“


1. Annika, wie viele Stunden hast du 2016 ehrenamtlich gearbeitet und wofür engagierst du dich?
 
Ich bin vor vier Jahren über eine Freundin zu „Jugend-Ehrenamt wird anerkannt“ gekommen, war aber schon vorher in Vereinen aktiv. Ich habe dieses Jahr 470 Stunden ehrenamtlich gearbeitet. Jeden Einsatz trage ich in mein Logbuch ein, so dass ich immer weiß, für was ich die Stunden geleistet habe. Es kommt doch einiges zusammen. Ich bin Teamleiterin bei der christlichen Pfadfindergruppe „Royal Ranger“ und leite dort jeden Dienstag eine Mädchengruppe. In meiner Schule, dem Keplergymnasium, bin ich Streitschlichterin und versuche, aufkommende Konflikte zwischen Schülern direkt und ohne Lehrer zu lösen. Seit vier Jahren bin ich Schulsanitäterin und kümmere mich um große und kleine Wehwehchen. Außerdem leite ich jeden Mittwoch einen Schülerbibelkreis.
 
2. Warum engagierst du dich so stark für andere, für die Gesellschaft?
 
Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Hilfsbereitschaft und der Dienst an der Gemeinschaft gehören für mich einfach dazu. Außerdem bin ich mit fünf Geschwistern groß geworden. Da war immer jemand da. Diese Erfahrung will ich weitergeben und für andere da sein. Es macht mir einfach Spaß, meine persönlichen Interessen mit anderen zu teilen. Besonders freue ich mich über die Arbeit mit Kindern. Ihre offene, erfrischende Art finde ich immer wieder bewundernswert und ich kann sie ein Stück auf ihrem Weg ins Erwachsen werden begleiten.
 
3. Dein Engagement klingt zeitaufwändig.
 
Ich bringe diese Zeit gerne auf. Das, was ich ehrenamtlich mache, sind ja alles meine Hobbies, denen ich sowieso nachgehe. Und wieso das dann nicht teilen und andere für mein Hobby und für das Ehrenamt begeistern?  Ehrenamtliches Engagement ist nicht schwer. Jeder kann das. Und auch wenn es nur wenige Stunden im Monat sind, ist das freiwillige Engagement eine große Hilfe für Vereine und eine Bereicherung für einen selbst.
 
4. Wieso sollten sich denn andere dann ehrenamtlich einbringen?

 
Ich mache immer wieder schöne, neue Erfahrungen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, etwas für andere zu tun, ohne zu fragen, was für mich selbst dabei herausspringt. Im Ehrenamt lernt man gleichgesinnte Leute und neue Freunde kennen. Es erweitert den eigenen Horizont und fördert die Selbstständigkeit.  Somit wächst man an den Aufgaben. Das ist mir persönlich sehr wichtig. Außerdem lebt die Gesellschaft vom Miteinander. Wer war nicht mal froh an seinem Fußballtrainer, seiner Ferienbetreuung oder anderen Freizeitangeboten. Vieles wäre ohne Ehrenamt nicht möglich.
 
5. Jetzt ist das Jahr vorbei und du kannst jetzt auch langsam zur Ruhe kommen, oder?
 
Fast. In den nächsten Tagen werden nochmal ein paar Stunden in mein Logbuch dazu kommen. Die Royal Ranger helfen jedes Jahr beim Auf- und Abbau des Weihnachtsmarkts in Dornhan. Außerdem ist noch eine kleine Weihnachtsfeier geplant, die auch organisiert werden muss. Aber ich genieße die Adventszeit und freue mich dann auf Weihnachten.
 
Am Ende des Gesprächs bedankte sich Paz bei Annika Kälberer und stellvertretend bei allen Jugendlichen, die sich in Freudenstadt so stark für das Ehrenamt engagieren.
 
Das Programm „Jugend-Ehrenamt wird anerkannt“ zeichnet im Rahmen des Stadtfestes jedes Jahr engagierte Jugendliche aus. Weitere Infos sind bei Rosa Maria Paz (Kinder- und Jugendzentrum) unter 07441/7487 oder rosa.paz@kijuz.de oder im Internet unter www.freudenstadt.de/jugendehrenamt erhältlich.

Impressionen aus Freudenstadt
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