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Ansicht des historischen Marktplatzes in Freudenstadt
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Stadtgeschichte von Freudenstadt

Freudenstadt im Schwarzwald ist eine geschichtsträchtige Stadt, die in ihrer knapp über 400 jährigen Bestehenszeit schon einiges mitgemacht hat. Hier bekommen Sie eine komprimierte Übersicht über die Historie unserer schönen Schwarzwaldstadt.

Die Gründung Freudenstadts

  • 1599 hatte Herzog Friedrich I. von Württemberg die Vision eine neue Residenzstadt inmitten des Schwarzwalds zu gründen um diesen dünnbesiedelten Teil seines Herrschaftsgebiets aufzuwerten. Er beauftragte seinen Baumeister Heinrich Schickhardt, Freudenstadt als Planstadt zu entwerfen. Dieser orientierte sich beim Grundriss an einem Mühlebrettspiel, in dessen Zentrum ein mächtiges Residenzschloss entstehen sollte.
  • Am 02. Mai 1601 gibt Herzog Friedrich nach der Grundsteinlegung der Stadtkirche der Stadt ihren Namen „Freudenstadt“. Die Stadt ist für 3.500 Einwohner geplant (Berlin hatte zu der Zeit 6.000 Einwohner) und liegt im Zentrum seiner Vision eines großen württembergischen Reiches, das bis Montbéliard reicht.
  • In den darauf folgenden Jahren finden Glaubensflüchtlinge von den Habsburgern aus der Steiermark, Kärnten und Krain in Freudenstadt Heimat und Zuflucht. Als Herzog Friedrich I. von Württemberg 1608 stirbt, sterben mit ihm auch seine große Staatsidee und der Traum der bedeutenden Residenzstadt. Was bleibt ist Deutschlands größter Marktplatz mit einer Größe von 219x216 Metern.

Freudenstadt - weltbekannter Höhenluftkurort

  • Mit Alfred Hartranft bekommt Freudenstadt 1877 einen visionären Stadtschultheiß, der das kleine Hinterwäldlerstädtchen zu Ruhm und Glanz bringen möchte. Mit zielstrebiger Arbeit schafft er es, dass Freudenstadt an Berühmtheit gewinnt.
  • Um 1900 entstehen in Freudenstadt die Grandhotels Waldlust, Waldeck und Rappen und schon bald zählen sich König Georg von England, Mark Twain, Reichspräsident Friedrich Ebert oder Hollywoodstars wie Mary Pickford zu den Kurgästen Freudenstadts.
  • 1937 besuchen mehr als 65.000 Gäste Freudenstadt, darunter viele aus dem Ausland. Zwei Jahre später erhält Freudenstadt erstmals das Prädikat "Heilklimatischer Kurort".
  • Mit Beginn des zweiten Weltkriegs enden die glanzvollen Jahre Freudenstadts.
Marktplatztreiben zur Zeit des florierenden Tourismus


Krieg, Zerstörung und das Wunder von Freudenstadt

  • Bereits in ihren jungen Jahren, muss die Stadt einige Schicksalsschläge verkraften. 1610 fallen viele Einwohner Freudenstadts der Pest zum Opfer.
  • Im Jahr 1632 vernichtet ein Großbrand die Hälfte der Stadt. Nur zwei Jahre später, wird Freudenstadt von Freund und Feind geplündert, nachdem die Protestanten im 30 jährigen Krieg eine große Niederlage bei Nördlingen erfuhren. Eine weitere Pestwelle fordert auch dieses Mal wieder viele Opfer. Auch im 18. und 19. Jahrhundert bleibt die Stadt von Kriegen nicht verschont.
  • In der Zeit des NS-Regimes befindet sich in Freudenstadt ein Armeeoberkommando. Außerdem errichtet Hitler im Teilort Kniebis sein Hauptquartier. Dadurch wird die Stadt zu einem Symbol des Naziregimes, was 1945 eine große Rolle spielt.
  • In der Nacht vom 16./17. April 1945, nur wenige Wochen vor Kriegsende, wird Freudenstadt nahezu komplett zerstört, als die Franzosen den wichtigen Knotenpunkt beim Vormarsch nach Stuttgart mit Artilleriefeuer in Brand setzen.
Die zerstörte Stadtkirche nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Doch das Leid hielt die Freudenstädter nicht auf und schon bald begann der beispiellose Wiederaufbau der Stadt. Ludwig Schweizers Pläne setzten sich gegen alle anderen Vorschläge durch und so wurde die Stadt an Anlehnung der alten Pläne wieder errichtet. Anders als in den meisten Städten Deutschlands, wurde keine neue Stadt errichtet, sondern der besondere Charakter Freudenstadts erhalten.
  • Bereits 1950 wurde die wiedererrichtete Stadtkirche eingeweiht. 1954 mit der Einweihung des Rathauses gilt der Wiederaufbau der Stadt als vollendet. "Das Wunder von Freudenstadt" ist vollbracht.

Die Entwicklung Freudenstadts in den vergangenen Jahren und heute

  • Nach dem Wunder von Freudenstadt erholt sich die Stadt langsam wieder und auch der Tourismus kehrt zurück und erlebt seine zweite Blütezeit.
  • In den 70er Jahren entstehen neue Hotels. 1989 wird das Kurhaus um ein Kongresszentrum erweitert. Zum 400 jährigen Jubiläum der Stadt 1999 wird der Marktplatz umgestaltet und wird mit den 50 Wasserfontänen zu einem attraktiven Anziehungspunkt.
  • Zwischen 2003 und 2008 werden die Stadtbahnverbindungen nach Karlsruhe und Offenburg ausgebaut und verbessert und auch die Verbindung in die Landeshauptstadt Stuttgart wird erweitert.
  • Im Zuge der Gründung des Nationalpark Schwarzwalds 2014 wird Freudenstadt Mitglied der Nationalparkregion Schwarzwald.
  • Ab 2020 wird Freudenstadt Hochschulstadt mit der Eröffnung des Campus Schwarzwald, einem Campus der Universität Stuttgart.


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