Oberbürgermeister und Landrat besuchen Freudenstädter Firmen


Auch dieses Mal waren die besuchten Betriebe so gewählt, dass eine möglichst große Bandbreite an Wirtschaftszweigen vertreten war und Einblicke in unterschiedliche Bereiche gewonnen werden konnten. Den Anfang machte das Systemhaus „netmin“ mit den Geschäftsführern Alexander Stengle und Roland Schröpfler sowie neun weiteren Mitarbeitern.  Zum Kundenstamm des 2008 gegründeten Unternehmens gehörten zu 95% Firmenkunden aus mittelständischen Unternehmen, so die Firmeninhaber. Derzeit bildet das Unternehmen zwei Fachinformatiker aus. Allerdings wäre eine Berufsschulklasse für den Ausbildungsberuf Fachinformatiker in Freudenstadt eine große Hilfe bei der Gewinnung von jungen Mitarbeitern.  „Diese Idee nehmen wir mit und fragen den Bedarf ab.“, so Rückert. Lob gab es für die Breitbandversorgung in Freudenstadt, die aber stetig weiterentwickelt werden müsse, da sich „die IT-Branche und die Anforderungen an schnelle Datenübertragung“ rasant entwickle, so Stengle und Schröpfler übereinstimmend. Osswald und Rückert erläuterten daraufhin, dass Stadt und Kreis an einer überregionalen Initiative zum Breitbandausbau beteiligt seien. Der Freudenstädter Oberbürgermeister ergänzte: „Die Stadtwerke haben mehr als 2,5 Mio. Euro in den städtischen Breitbandausbau investiert.“. Zum Abschluss des Besuchs gab es die erfreuliche Nachricht, dass die wirtschaftliche Lage gut sei und man über eine Erweiterung der erst 2012 bezogenen Büroräume nachdenke.

Eine gänzlich andere Thematik fanden Osswald und Rückert bei Papier Haas, einem Fachhandel für Bürobedarf und Schreibwaren vor. Das 1925 gegründete und seither in Familienhand befindliche Unternehmen beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter, darunter zwei Azubis. Vor einigen Jahren erweiterte Geschäftsführer Andreas Lampart seinen Betrieb um einen Weinfachhandel mit ausgewählten französischen Weinen und Spezialitäten. Beide Standbeine bieten laut Lampart „ein Sortiment, das im weiten Umkreis einmalig ist“. Mehr als 30.000 Artikel seien derzeit im Bestand.  Einig waren sich alle in der Einschätzung, dass Freudenstadt großes Potential für den Einzelhandel biete. „Unser Einzelhandelsumsatz ist höher als in Nagold.“, so Osswald. Dennoch gebe es immer noch Optimierungsmöglichkeiten, beispielsweise eine stärkere Information, welche Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten in Freudenstadt bestünde.

Im Anschluss ging es zu einem weiteren Freudenstädter Traditionsunternehmen, die 1908 gegründete Firma „Omnibus Katz“. Hier lenken Ludwig Blum und Reiner Pfau die Geschicke des Bus- und Reiseunternehmens. Mit 51 Mitarbeitern befördern die mehr als 30 Busse rund 1,5 Mio. Fahrgäste im Jahr und legen so eine Strecke von mehr als 1 Mio. Kilometer zurück. Der Linienverkehr, die älteste Linie ist die seit 1946 konzessionierte Verbindung zwischen Freudenstadt und dem Mummelsee, ist ein wichtiger Unternehmenszweig. Blum legt dabei Wert darauf, „dass Omnibus Katz seine Linien eigenwirtschaftlich, ohne Zuschüsse“ betreibt. Derzeit arbeiten die Geschäftsführer an einer neuen Idee für die Zukunft. Mit „Katz isch Kult“ wolle man eine weitere Unternehmenssparte errichten, in der restaurierte und für Ausflüge vorgesehene Oldtimer-Busse im Mittelpunkt stehen, so Blum und Pfau. Um der guten Entwicklung des Unternehmens Rechnung zu tragen, seien bauliche Erweiterungen notwendig: noch im Frühjahr rollen die Bagger zum Bau einer neuen Omnibushalle an.

Rückert und Osswald fanden am Ende zu einem gemeinsamen Fazit: „Wir haben heute wieder die ganze Bandbreite an innovativen, leistungsstarken Unternehmen erlebt. Wir nehmen viele Anregungen mit, um die Stellung Freudenstadts als regionalen Wirtschaftsstandort weiter zu festigen.