55 Jahre Städtefreundschaft Freudenstadt – Courbevoie


Noch bevor Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle den „Elysee-Vertrag“, die Gründungsurkunde der deutsch-französischen Freundschaft 1963 unterzeichneten, war die Städtefreundschaft geboren. Nur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zerstörung Freudenstadts durch die Franzosen, fanden die Stadtoberhäupter Freudenstadts und Courbevoies 1961 den Mut, eine Städtepartnerschaft zu initiieren.

Doch die Geschichte, wie es dazu kam, ist spannend und außergewöhnlich. Über die sogenannte „Bürgermeister-Union“, ein europäischer Zusammenschluss zur kommunalen Zusammenarbeit, kam der Kontakt zwischen Freudenstadt und Courbevoie zustande. Die Stadt vor den Toren Paris bot Freudenstadt 1957 eine Städtefreundschaft an. Obwohl die Städte von Struktur und Einwohnerzahl sehr verschieden waren und Freudenstadt sich eigentlich eine Kurstadt als Partner gewünscht hatte, wurden erste Gespräche geführt. Über persönliche Kontakte, der erste Sportstädtewettkampf und Schüleraustausch fanden 1959 statt, fand man schließlich zusammen.

Am 1. Oktober 1961 wurde der Freundschaftsvertrag in Freudenstadt unterzeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich eine tiefe Freundschaft mit regelmäßigen Austauschen. Diese finden bis heute auf vielen Ebenen statt. Gemeinsame Ausstellungen der Philatelistenclubs, regelmäßige Besuche des Gemeinderates, Schüleraustausche oder der erst in diesem Jahr veranstaltete Sportstädtewettkampf, bei dem die Vereine beider Städte sich sportlich messen, sind Ausdruck einer gelebten Partnerschaft. Um nun an dieses Datum der 55 Jahre währenden Städtepartnerschaft zu erinnern, wird am Rathaus Freudenstadt die französische Fahne und die der Stadt Courbevoie gehisst.