Käferholz-Katastrophe konnte verhindert werden


Beim jährlichen Waldbegang des Gemeinderats wurden in diesem Jahr drei Schwerpunktthemen betrachtet. Bei der ersten Station ging es auf den Plenterwaldpfad im Lauterbad. Simon Stahl, der Leiter des Kreisforstamtes, erläuterte die Geschichte des Plenterwaldes und ging auf viele Vorteile gegenüber der Forstwirtschaft im sogenannten Altersklassenwald ein, in dem nahezu alle Bäume gleich groß und gleich alt sind. Im Plenterwald sind Bäume in unterschiedlichen Alters- und Stärkeklassen zu finden. Mit seinem großen Tannenbestand ist er wirtschaftlich gut berechenbar und weist eine gute Holzqualität auf. Anschließend wurde das sanierte Rotwildgehege im Christophstal besichtigt. "Es war an der Zeit, dass wir den Unterstand bei den Futterkrippen renovieren und auf dem Gelände Erdarbeiten durchführen", erklärte Björn Waidelich, Forstbereichsleiter der Stadt Freudenstadt. Die Bauleitung hatte Forstwirt Rainer Graf. "Das größte Säugetier des Schwarzwalds soll hier ideale Bedingungen vorfinden", so der Betreuer des Geheges, Michael Friederich. An der dritten Station auf dem Kniebis konnte dann das derzeit sozusagen "gefährlichste" Lebewesen des Schwarzwaldes von Nahem betrachtet werden: Der Borkenkäfer . 

Borkenkäfer


Es sind kleine, unscheinbare Insekten, die den Bestand ganzer Wälder bedrohen können. Denn Borkenkäfer bohren sich durch die Rinde der Fichte und legen dort Brutgänge für ihre Nachkommen an. In Fichtenwäldern kommt es durch Borkenkäferfraß immer wieder zu verheerenden Schäden. Verursacher ist vor allem der Buchdrucker; seit dem Trockenjahr 2003 hat auch der wesentlich kleinere Kupferstecher maßgeblich zum Absterben großer Fichtenbestände beigetragen. Der Buchdrucker ist den gemäßigten Breiten der gefährlichste Borkenkäfer und Forstschädling. Die einzige wirkungsvolle Bekämpfung sind die Methoden der "sauberen Waldwirtschaft". Wichtig ist, dass befallene Bäume möglichst frühzeitig erkannt werden (u.a. an herausrieselndem Bohrmehl) und dass von Borkenkäfern befallene Bäume schnellstmöglich eingeschlagen werden (bevor die Käfer wieder ausfliegen und neuen Befall verursachen können). "Das Käferholz sollte dann rechtzeitig aus dem Wald abgefahren werden", erläuterte der Forstbereichsleiter Björn Waidelich. Die Menge des Käferholzes liege in diesem Jahr noch unter dem Wert aus 2018. Oberbürgermeister Julian Osswald stellte klar, "dass nur durch den täglichen, unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Forst eine Katastrophe verhindert werden konnte" und sprach ihnen ein großes Lob und Dankeschön aus.