Die Empörten

Szene aus "Die Empörten" von Theresia Walser
Di, 12. April 2022
20:00 Uhr

Mit Die Empörten hat Theresia Walser eine „finstere Komödie“ über den gegenwärtigen Rechtspopulismus geschrieben. Mit scharfem Wortwitz und skurrilem Humor rechnet sie mit unserer gespaltenen Gesellschaft ab.
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Beschreibung

Aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger ziehen in „Empörungschören“ durch die Straßen von Irbertsheim und verschaffen ihrer Wut Gehör. Ein junger Mann ist mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast, er selbst und ein Muslim starben, mehrere Personen wurden verletzt. War es ein tragischer Unfall? Ein erweiterter Selbstmord? Ein islamistischer Terroranschlag? Und vor allem: Wer ist der Täter, der angeblich „Allahu Akbar“ geschrien hat?

Einzig die Bürgermeisterin Corinna Schaad weiß, dass der Schuldige ausgerechnet ihr Halbbruder Moritz ist. Ein Skandal wäre für die Amtsträgerin tödlich, zumal der Wahlkampf tobt. Mit der Hilfe ihres Bruders Anton klaut sie die Leiche von Moritz und versteckt sie in einer Truhe im Rathaus, in der im Laufe der Geschichte schon manches entsorgt wurde. Luther habe sich mal in ihr versteckt, Hitlers Leiche sollte in ihr aus dem Bunker transportiert werden und Stalins Schnurrbart soll darin heimlich aufbewahrt worden sein. Während die Leiche des Täters nun also in diese historische Truhe gehievt wird, wird im Nebenraum bereits die Trauerfeierfür die Opfer vorbereitet, auf der die Bürgermeisterin eine Rede halten soll.

Szene aus dem Theaterstück "Die Empörten" von Theresia Walser

Am Start ist auch ihre schärfste Gegnerin, die Rechtspopulistin Elsa Lerchenberg. Diese will die überreizte Stimmung nutzen, um wieder einmal über die Gefahr der „Überfremdung“ zu sprechen. Die liberale Bürgermeisterin hingegen pflegt eine offene Willkommenskultur, lässt für überkandidelte Wirtschaftsprojekte aber auch mal Sozialbauten an den Stadtrand umsiedeln.  Hauptsache, sie kann sich profilieren. Angesichts der jüngsten Vorkommnisse beginnt nun ein Kampf um die Deutungshoheit, in dem die Toten lediglich als Projektionsfläche von Ängsten dienen, als Waffen in einem ideologischen Grabenkrieg. Zwischen den Fronten stehen Pilgrim, ein wetterwendischer Gemeindebüttel, Anton und Frau Achmedi, die Frau des Opfers, die zunehmend angeekelt sind von dem leeren Phrasenmüll der beiden Polithyänen.

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Veranstaltungsort
Kurhaus
Lauterbadstrasse 5
72250 Freudenstadt
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Treffpunkt

Theater im Kurhaus

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Kosten

27 EUR / 24 EUR / 21 EUR, Schülerkarten 5 EUR

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Hinweise
  • Bei dieser Veranstaltung erhalten Sie freien Eintritt mit der "Schwarzwald Plus"-Karte
  • Diese Veranstaltung ist barrierefrei
  • Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt
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Veranstalter
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