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Die Abwasserbeseitigung und -reinigung

Über 3 Millionen Liter Wasser fließen täglich durch die Haushalte, Handels-, Gewerbe- und Industiebetriebe von Freudenstadt. Wir duschen, kochen und spülen, wir waschen und wir putzen. So selbstverständlich wie das Wasser aus der Leitung kommt, fließt es auch wieder ab. Ein ausgedehntes Kanalsystem führt das Schmutzwasser aus den Haushalten und Betrieben sowie das Regenwasser von den Dächern und befestigten Flächen zu den Abwasserreinigungsanlagen.

D. h.  die Abwässer werden durch die Kanalisation gesammelt und transportiert, anschließend in Kläranlagen gereinigt und danach in Gewässer eingeleitet. Einige Gewerbebetriebe sind verpflichtet ihr Abwasser, vor Einleitung in die Kanalisation, vorzubehandeln.

Zur Abwasserbeseitigung gehören

  • die Sammlung und Ableitung des Abwassers über einen direkten Grundstücksanschluss an die öffentliche Kanalisation und der Zuleitung zur nächsten Kläranlage
  • die Sammlung von Klärschlämmen aus privaten Kleinkläranlagen und geschlossenen Gruben,
  • die Reinigung des Abwassers in der Kläranlage (Schmutz- und Mischwasser) bzw. in Regenbecken (Niederschlagswasser)
  • die Rückführung des gereinigten Abwassers in die Gewässer
  • die Entsorgung bzw. Verwertung der Rückstände aus der Abwasserreinigung und Kanalreinigung (Klärschlammverwertung)

In der Kläranlage wird durch mechanische und biologische Verfahren schmutziges Wasser (Abwasser) gereinigt. Da Abwasser durch Hinzufügung von unterschiedlichen Inhaltsstoffen entstand, kann der umgekehrte Weg nur über die Entnahme dieser Stoffe aus dem Wasser erfolgen.

1. Die mechanische Reinigungsstufe

Nachdem das Abwasser über Sammler oder Druckleitungen an der Kläranlage angekommen ist, wird es in einem ersten Arbeitsschritt im Klärwerk durch einen Rechen oder ein Sieb geleitet, die gröbere Inhaltsstoffe - die eigentlich nicht ins Abwasser gehören - entfernen.

Im anschließenden Sandfang können mitgeführte Sandpartikel und Kies absinken sowie aufgeschwommenes Speisefett abgeschieden werden. Anschließend gelangt das Abwasser in ein Vorklärbecken, in dem langsamer absinkende Feststoffe vom Wasser getrennt werden und als sogenannter Primärschlamm in den Faulbehälter gepumpt werden.


2. Die biologische Reinigungsstufe

Diese Stufe der Abwasserbehandlung stellt den wichtigsten und sensibelsten Bereich auf einer Kläranlage dar. Dort wo mechanische Methoden nicht mehr ausreichen, bedient man sich den Methoden der Natur. Unter technisch optimierten Bedingungen laufen die Selbstreinigungsprozesse der Natur in konzentrierter Form und somit in kürzerer Zeit ab.

a) Das Belebungsbecken
In diesen Becken warten unzählige Mikroorganismen (Kleinstlebewesen) auf das verunreinigte Wasser. Die im Wasser gelösten und feinzerteilten organischen Schmutzstoffe werden durch diese Kleinstlebewesen abgebaut.

Hierbei wird in regelmäßigen Abständen durch am Boden der Becken umlaufende Düsen Druckluft in das Wasser eingeblasen. Dies dient der guten Vermischung von Kleinstlebewesen sowie Schmutzstoffen und trägt den nötigen Sauerstoff in das Wasser ein, den die Kleinstlebewesen für die Abbauprozesse benötigen.

b) Das Nachklärbecken
Im Nachklärbecken setzen sich die biologischen Helfer als Belebtschlammflocken vom gereinigten Wasser ab und werden zur Weiterbehandlung im Klärwerk zurückgehalten.
Das gereinigte Wasser wird daraufhin dem natürlichen Wasserkreislauf durch Einleitung in ein Gewässer wieder zugeführt. Hierbei durchläuft es zuvor noch eine automatische Messstation, in der wichtige Inhaltsstoffparameter kontrolliert werden.

3. Die Schlammbehandlung

Der im Rahmen der Abbauprozesse anfallende Schlamm, wird nach weitestgehender Entwässerung und durch den Einsatz von Pressen und/oder Zentrifugen auf seine weitere Verwertung vorbereitet. Klärschlamm wird häufig als Brennstoff eingesetzt, wobei z.Zt. Verfahren entwickelt werden, um die Schlamm-Asche aus Monoverbrennungsanlagen zu recyceln (z.B. Phosphorrückgewinnung).
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