Volltextsuche auf: https://www.freudenstadt.de
Museumseingang
Seite vorlesen

Museum im Stadthaus

Ab sofort wieder geöffnet.

Aufgrund der Corona-Verordnung sind Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten und ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.



Mit­ten auf dem Freu­den­städ­ter Markt­platz lädt das Mu­se­um im Stadt­haus zum Be­such ein.
Die Ge­schich­te Freu­den­stadts und auch der ge­sam­ten Re­gi­on wer­den hier prä­sen­tiert.

Öffnungszeiten

Jeden Tag (außer Mon­tag) und kos­ten­los!
10:00 bis 17:00 Uhr. 

Themen

„Der Wald lockt – Sommerfrischler, Luftschnapper und Touristen“ in die große Ein­gangs­hal­le des Stadt­hau­ses, denn hier wird die Ge­schich­te des Schwarzwald-​​Tou­ris­mus er­zählt. Heil­sa­mes Was­ser, große Ho­tels, fri­sche Luft und der Bau der Schwarz­wald­hoch­stra­ße span­nen einen wei­ten Bogen bis in die 1950er Jahre.

Über den roten Tep­pich wird man ins Ober­ge­schoss ge­lei­tet, um „Eine Zeitreise in die 1950er Jahre“
 an­zu­tre­ten, eine Hom­mage an die­ses Haus, das 1954, zum Ab­schluss des Wie­der­auf­baus der zer­stör­ten Stadt - er­rich­tet wurde. Die ori­gi­na­le Fünfzigerjahre-​​Aus­stat­tung schafft das pas­sen­de Am­bi­en­te für diese Aus­stel­lung, die das Le­bens­ge­fühl, aber auch die ge­sell­schaft­li­chen Um­brü­che der Wirtschaftswunder-​​Zeit zum Thema hat.

Dies lei­tet über zum Ost­saal, hier geht es um „Zerstörung und Wiederaufbau Freudenstadts 1945 – 1954“. Man wird hin­ein­ge­nom­men in die End­pha­se des Zwei­ten Welt­krie­ges, als Freu­den­stadt im April 1945 durch Be­schuss und Brand zer­stört wurde. Um das nack­te Über­le­ben ging es in den nächs­ten Jah­ren, wie die Aus­stel­lungs­stü­cke be­le­gen. Nach lan­gem, zähem Rin­gen um die rich­ti­ge Art und Weise war die Stadt dann doch nach neun Jah­ren wie­der kom­plett auf­ge­baut. Man sprach vom ‚Wun­der von Freu­den­stadt‘. Wie war das mög­lich ge­we­sen? Wer waren die Köpfe und Ma­cher bei die­ser stadt­wei­ten Groß­bau­stel­le? Wie ver­lie­fen die Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Dis­kus­sio­nen? An­hand von 14 Ta­feln und gro­ßen Pan­ora­men wird der Be­su­cher ge­führt. Aber es gibt auch bei jeder Sta­ti­on etwas zu ent­de­cken. Nach und nach merkt man, dass zwei Kin­der – Georg und Erika - uns ihre ei­ge­ne Ge­schich­te er­zäh­len: Das Aben­teu­er in die­ser zer­stör­ten Stadt zu über­le­ben und auf­zu­wach­sen.
 
An­schlie­ßend kann man im Kunstkabinett einen Streif­zug durch 150 Jahre Kunst in der Re­gi­on des Nord­schwarz­wal­des ma­chen. Ge­mäl­de, Aqua­rel­le er­gänzt durch Zeich­nun­gen und Plas­ti­ken bie­ten einen in­ter­es­san­ten Quer­schnitt durch das Kunst­schaf­fen der Re­gi­on und füh­ren über eine Trep­pe auf die Ebene des Ludwig-​​Schweizer-​Saales. Nach dem Stadt­bau­meis­ter des Freu­den­städ­ter Wie­der­auf­baus ist die­ser groß­ar­ti­ge Raum be­nannt.
 
Im Ludwig-​​Schwei­zer­saal wird die Ge­schich­te Freu­den­stadts und des Land­krei­ses mit ihren zahl­rei­chen kul­tu­rel­len, po­li­ti­schen und re­li­giö­sen Bruch­li­ni­en nach­ge­zeich­net. Oft ist dabei Freu­den­stadt ein Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt. „Kulturelle Vielfalt historischer Grenzräume“ heißt diese in 28 Wand­vi­tri­nen dar­ge­bo­te­ne Ge­schichts­schau. Von den Ala­man­nen bis in die 1970er Jahre er­zäh­len ori­gi­nel­le Ex­po­na­te in den Vi­tri­nen ihre Ge­schich­te. Na­po­le­on hat dem Land sei­nen Stem­pel auf­ge­drückt, Aus­wan­de­rer kamen von hier und such­ten eine neue Hei­mat in Russ­land und in Über­see. Die re­li­giö­se Viel­falt der Re­gi­on und die kla­ren Aus­prä­gung des „Evan­ge­li­schen“ und des „Ka­tho­li­schen“ kann man hier gut nach­voll­zie­hen. Freu­den­stadt spiel­te in den 1950er Jah­ren eine wich­ti­ge Rolle bei der Grün­dung Baden-​​Würt­tem­bergs.

Hier im Ludwig-​​Schweizer-​Saal wer­den von Stadt-​​ und Kreis­ar­chiv auch re­gel­mä­ßig Sonderausstellungen zu ge­schicht­li­chen The­men der Re­gi­on prä­sen­tiert.
 
Das mäch­ti­ge Dach birgt ein Heimatmuseum, in dem unter an­de­rem zum Berg­bau im Chris­toph­s­tal her­aus­ra­gen­de Funde ge­zeigt wer­den. Auch zahl­rei­che Hand­wer­ke wer­den hier im Dach­ge­schoss vor­ge­stellt, so ist etwa eine kom­plet­te Schuh­ma­cher­werk­statt auf­ge­baut. Dem „Ru­he­stein­va­ter“ Ju­li­us Eu­ting (1839 – 1913) ist ein ei­ge­nes Ab­teil ge­wid­met. Eu­ting war nicht nur einer der ers­ten, die den Schwarz­wald als Wan­der­pa­ra­dies ent­deck­ten, er war auch For­schungs­rei­sen­der in Ara­bi­en und Fach­mann für ara­bi­sche und ara­mäi­sche Spra­chen. Der Ori­ent schärf­te sei­nen Blick für die Hei­mat. Mit fei­nen Aqua­rel­len hielt er die Schön­hei­ten der Schwarz­wald­land­schaft fest. Ende des 19. Jahr­hun­derts gab Ju­li­us Eu­ting die erste Wan­der­kar­te der Re­gi­on her­aus.
 

Aktuelle Ausstellung

Weißnäherei um 1900
Sonderausstellung im Ludwig-Schweizer-Saal des Freudenstädter Stadthauses

Weiß­wa­re war frü­her in jedem Haus­halt vor­han­den. Es war Wä­sche aus baum­wol­le­nem und lei­nen Ge­we­be, das un­ge­färbt, ge­bleicht und un­be­druckt war und ge­kocht wer­den konn­te. Das Nähen die­ser Weiß­wä­sche nann­te man „Weiß­nä­hen“, es ge­wann in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts stark an Be­deu­tung. Die An­sprü­che stie­gen, Tisch-​​, Bett- und Leib­wä­sche fand ver­mehrt Ver­wen­dung. Auch stell­te diese Weiß­nä­he­rei eine Mög­lich­keit für Frau­en dar, ein ei­ge­nes Ge­wer­be aus­zu­üben.
 
Die Freu­den­städ­ter Frau­en­ge­schichts­werk­statt hat in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Stadt-​​ und dem Kreis­ar­chiv Freu­den­stadt die­ses in­ter­es­san­te Ka­pi­tel Kul­tur­ge­schich­te auf­ge­ar­bei­tet. Aus pri­va­ten Haus­hal­ten im Raum Freu­den­stadt konn­te eine be­trächt­li­che Aus­wahl an Weiß­wä­sche zu­sam­men­ge­tra­gen wer­den. An­hand die­ser Leih­ga­ben kann der Ent­ste­hungs­pro­zess und der viel­fäl­ti­ge Ge­brauch die­ser Weißnäherei-​​Pro­duk­te ge­zeigt und ein klei­ner Ein­blick in den All­tag un­se­rer Vor­fah­ren ge­währt wer­den.
 
Die Son­der­aus­stel­lung kann noch bis zum 21. Juni im Mu­se­um im Stadt­haus Freu­den­stadt be­sich­tigt wer­den, täg­lich (außer mon­tags) von 10 bis 18 Uhr. Der Ein­tritt ist frei.

Hier finden Sie das Museum

Impressionen aus dem Museum

Nach oben