Großes Interesse an Bürgerbeteiligung

Der Freudenstädter Stadtteil Wittlensweiler bekommt eine neue Ortsmitte – mittel bis langfristig soll ein zentraler Treffpunkt sowie Aufenthalts- und Veranstaltungsbereich für Jung und Alt geschaffen werden. Hierzu wurde Ende Juli im Rahmen einer aktiven Bürgerbeteiligung der Planungsprozess angestoßen. Rund 100 Wittlensweiler Bürgerinnen  und Bürger aus allen Bevölkerungs- und Altersgruppen nahmen an der Auftaktveranstaltung in der Corona-bedingt ausgebuchten Erwin-Hills-Halle teil.

Den Wunsch nach einem Konzept für eine Umgestaltung der Wittlensweiler Ortsmitte gibt es im Ortschaftsrat und der Bevölkerung schon seit längerer Zeit. Umso größer war die Freude, dass der Gemeinderat die Mittel für die ersten Planungsschritte im Haushalt 2021 freigegeben hatte. Völlig unvoreingenommen und ohne Vorgaben durch die Verwaltung wurde Wittlensweiler vom beauftragten Planungsbüro Röcker, Freiraumplanung aus Balingen unter die Lupe genommen und zwei mögliche Standorte für die neue Ortsmitte lokalisiert: der erste Vorschlag konzentriert sich auf eine neue Ortsmitte rund um Kirche und Gasthaus Krone, der zweite Vorschlag bezieht das Gebiet rund um die Forchenkopfschule und die Erwin-Hills-Halle ein. Begleitet durch eine wissenschaftliche Masterarbeit im Büro Röcker, wurden in einer ausführlichen Betrachtung Pro und Contra

beider Standorte erläutert. Das Büro Röcker sprach nach allen Abwägungen die Empfehlung für den zweiten Standort rund um die Forchenkopfschule aus. Aus Sicht des Planungsteams muss eine „Neue Ortsmitte“ gut erreichbar sein, Raum für Feste und Begegnung schaffen, sie muss gut einsehbar sein und über ausreichend Parkplätze verfügen. Außerdem müssen Grünstrukturen geschaffen und integriert werden, Verkehrsberuhigung sowie eine gute Verbindung zu weiteren öffentlichen Einrichtungen muss gewährleistet sein. Die vorgestellten Pläne wurden bereits im Vorfeld in einer nicht-öffentlichen Sitzung im Ortschaftsrat diskutiert: „Hier war allen Beteiligten gleich klar, dass es sich um eine nicht abschließende Ausarbeitung handle und die Einbeziehung der Bürgerschaft eines der zentralen Themen für die weiteren Planungen darstellen sollte“, so der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung Rudolf Müller.

Und so zeigten sich Müller und Ortsvorsteher Philipp Bohnet von der Bürgerbeteiligung Ende Juli in der Erwin-Hills-Hall begeistert: „Die Durchführung dieser Bürgerbeteiligung hat aus meiner Sicht alle Erwartungen übertroffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit Begeisterung dabei und haben sich bei den Workshops gewinnbringend in die Planungen eingebracht. Wir freuen uns schon heute auf die weitere Entwicklung und sehen dieser mit Spannung und Vorfreude entgegen“, so Müller. Das Büro Röcker stellte den Interessierten alle Pläne ausführlich vor: „Wir wollen in die Zukunft denken, Wittlensweiler wächst weiter und daher hat der Standort rund um Schwimmbad und Schule weitaus mehr Entwicklungspotential. Hier ist schon viel Substanz vorhanden, die wir in unsere weiteren Planungen miteinbeziehen können“, erläuterte Irmi Röcker, Leiterin des Planungsbüros ihre Empfehlung für den Standort. So soll das vorhandene „Grün“ dort erlebbar gemacht werden, Plätze zum Verweilen für Jung und Alt sollen geschaffen werden, eine Eventscheune mit Kiosk soll Anlaufpunkt für Vereinsaktivitäten, Feste und Märkte werden. „Hier denken wir nicht an ein geschlossenes Haus, vielmehr soll diese Scheune ein geschützter Platz sein, der für viele Aktivitäten, wie Markttage und Vereinsfeste zu unterschiedlichsten Jahreszeiten geeignet sein wird und so die Dorfgemeinschaft bereichert.“ Auch die Verkehrssituation hat das Planungsbüro im Blick: „Die Bestandsaufnahme sowie auch die Fragerunde hat uns aufgezeigt, dass auch eine Verkehrsberuhigung in die weiteren Maßnahmen mit einfließen muss. Außerdem sieht das Konzept den Neubau eines Kindergartens in der neuen Ortsmitte vor.“

Auch bei den Teilnehmenden löste das vorgestellte Konzept für die neue Ortsmitte rund um die Schule Enthusiasmus aus. Mit einer regen Beteiligung am Workshop wurden viele Anregungen aber auch Bedenken eingebracht. „Die Bürgerinnen und Bürger haben uns sehr viel Input für die weiteren Planungen gegeben. Wir haben jetzt sozusagen das Spielfeld abgesteckt, nun müssen im weiteren Prozess die Linien gezogen werden“, so der Ortsvorsteher. Für ihn ist klar, dass jetzt nicht alles sofort und auf einmal umgesetzt werden kann, „aber“, so Bohnet weiter, „wir haben was in Gang gesetzt. Und wir erhoffen uns auch einen positiven Schwung für die Arbeit im Ortschaftsrat. Jeder ist willkommen sich aktiv in den Planungsprozess einzubringen und auch darüber hinaus Themen und Inhalte voranzubringen.“ Auf der Homepage www.freudenstadt.de/wittlensweiler sind die Pläne zur „Neuen Ortsmitte“ eingestellt, hier wird auch über das weitere Vorgehen im Rahmen der Bürgerbeteiligung informiert.

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